Weinrich Weine alias Jürgen Preuss

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Porträt in der Westdeutschen Zeitung, 7.12.2006
Realsatire zu Versen verdichtet
WennJürgen Preuss der Schalk im Nacken sitzt - und das tut er oft - schreibt er als Weinrich Weine. Ernstere Töne schlägt der Ratinger Dichter unter eigenem Namen an.
Jürgen Preuss alias Weinrich Weine
JürgenPreuss, bei der Arbeit
JÜRGEN PREUSS - WEINRICH WEINE
• JürgenPreuss alias Weinrich Weine wurde am 18. Februar 1942 in Düsseldorf geboren.
• Dergelernte Reedereikaufmann verbrachte mehrere Jahre in großen Häfen auf der ganzen Welt, war insgesamt über 36 Jahre in der Überseeschiffahrt tätig, zuletzt als Unternehmensberater.
• 1995verlegte er sich ganz aufs Schreiben, seitdem sind vier Einzelbände von ihm erschienen: Weinrich Weines "Weingedichte" (Postkartenset), "Nieder mit dem Mieder! Weibgedichte", die Grabsprüche "Von Unten her betrachtet" und "Der Reißwolf heult mit".
• Preussist in zahlreichen Anthologien vertreten, mit der Aufnahme in die Manesse-Bibliothek erhielt er endgültig den literarischen Ritterschlag.

WZ-Foto: Jürgen Venn

Von Vera Zischke

"Immer, wenn ich mit Sachen konfrontiert werde, die ich schräg finde, muss ich darüber schreiben", sagt Jürgen Preuss. Der 64-jährige Ratinger hat gerade mit "Der Reißwolf heult mit" seinen ersten Lyrikband veröffentlicht, in dem er mit herrlich spitzer Feder durch das Weltgeschehen fegt.
Dabei nimmt er Schweres leicht (sein Kommentar zum Klonen: "Mist Käfer") und gibt scheinbar Oberflächlichem Tiefe. Das gilt auch für Preuss' ganz persönliche Grabinschrift für Santa Claus. Das Symbol ewiger Nächstenliebe wird am Ende in seinem Himmelsschlitten von einem Marschflugkörper zerfetzt. Die harte Realität zerstört den Kindertraum.
"Auch wenn ich manchmal hart klinge, ich provoziere die Menschen eigentlich nie", sagt Preuss. Er hat bereits drei Bücher veröffentlicht - allerdings Gedichtbände, verfasst unter seinem Pseudonym Weinrich Weine. "Mein Pseudonym ist kein Dogma und ich mache kein Geheimnis daraus. Es ist ein kleiner Scherz. Zur schwereren Lyrik passt aber mein richtiger Name besser."

JedenTag eine
Schlagzeile verarbeitet
DieLyrik von Jürgen Preuss ist im Vergleich zu den eingängigen Reimen seines Alter Ego schwere Kost, weil sie so gar nicht geschmeidig daher kommt. "Ich weiß, dass ich damit wohl ein anderes Publikum ansprechen werde, weil man die Lyrik erst noch für sich interpretieren muss und nicht so fertig serviert bekommt. Aber wer sich darauf einlässt, kann mit Sprache ein herrliches Vergnügen haben", ist Preuss überzeugt und zitiert mit Leidenschaft eine seiner satirischen Spitzen aus dem neuen
Werk. Kennt er  etwa alle seiner 65 jüngst veröffentlichten Gedichte auswendig? "Leider nein. Schade eigentlich, so eine Lesung aus dem Stegreif wäre schon nicht schlecht", schwärmt Preuss und hat schon wieder dieses amüsierte Glitzern in den Augen, das den Schelm im Mann verrät.
Ist er jetzt eigentlich Vollzeit-Lyriker? "Meine Frau würde das bejahen. Ich sage, wenn ich gerade an dem Konzept für ein Buch arbeite, ist es wirklich ein Knochenjob. Die Texte aber entstehen Stück für Stück". Für "Der Reißwolf heult mit" hat Preuss ein Jahr lang jeden Tag ein Kurzgedicht geschrieben. Die Inspiration: "Ich habe mir täglich einen Satz aus der Zeitung gegriffen, der mir besonders skurril erschien." Das konnte eine erschreckende Nachricht aus der Weltpolitik sein, oder auch eine absonderliche Werbebotschaft wie "Beginne zu leben - spiele Golf".
Ein Jahr Lyrik, das bedeutet 365 Texte. Dass am Ende 65 übrig geblieben sind, gehört für Preuss zum selbstkritischen Schaffensprozess dazu. "Lyrik bedeutet zu verdichten. Jedes dieser kurzen Gedichte, und sind es nur fünf Worte, ist ein Roman."
Schon jetzt hat der Ratinger wieder mehrere Manuskripte in petto, die in seiner Schublade auf Vorrat liegen. Sein aktuelles Projekt: Ein lyrisch-satirisches Theaterstück mit dem Titel "Alles in Buddha". Darin setzt sich Preuss, selbst Buddhist, augenzwinkernd mit seiner Religion auseinander. Sein Traum ist, eines seiner Werke bei einem der ganz großen Verlagshäuser zu veröffentlichen. Ein Stück weit ist ihm das bereits gelungen. Einige seiner satirischen Grabinschriften landeten bereits in einem Band mit Peter Ustinov, George-Bernhard Shaw und William Shakespeare.
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