Weinrich Weine alias Jürgen Preuss
eMail an Weinrich Weine / Jürgen Preuss
Home
Sitemap
Weinrich Weine
Weingedichte
Weibgedichte
Grabsprüche
Anthologien mit Beiträgen von Weinrich Weine
Jürgen Preuss
Der Autor
Presse
Lesungen
aktuelle Termine
Links
Impressum
Kontakt
SIGNUM
Blätter für Literatur und Kritik
SIGNUM

Herausgeber: Norbert Weiß
Verlag DIE SCHEUNE, Dresden
www.zeitschrift-signum.de
148 Seiten, € 8,20
ISSN 1438-9355

Der Niederrhein: ein Gebiet zwischen Köln und Amsterdam, mit den Hinterlassenschaften der Römerzeit, und hätte die Geschichte eine andere Richtung eingeschlagen, wäre es jetzt französisches Terrain.
Sovielfältig wie die Landschaft sind auch die niederrheinischen Autorinnen und Autoren, die sich, sollten sie vielleicht auch aus beruflichen oder persönlichen Gründen ihre Heimat verlassen haben, immer wieder zu ihrer niederrheinischen Identität bekennen: Heinrich Heine zum Beispiel, der in seinem Werk dem Düsseldorfer Marktplatz und der Bolkerstraße in der Altstadt ebenso ein Denkmal gesetzt hat wie dem Wallfahrtsort Kevelaer.
Sielassen sich nicht festlegen, die Autorinnen und Autoren vom Niederrhein. Sie schreiben Prosa und Lyrik, sie beschäftigen sich mit den kleinen und großen Dingen des Alltags (Jürgen Preuss alias Weinrich Weine), sie blicken zurück in die eigene niederrheinische Vergangenheit und machen die niederrheinische Landschaft genauso zum Schauplatz ihrer Geschichten wie die große weite Welt.
Einenkleinen Eindruck von der literarischen Vielseitigkeit soll der vorliegende Exkurs Niederrhein vermitteln, in dem aus Platzgründen nur einige wenige derer zu Wort kommen können, die am Niederrhein Zeichen setzen.

Die Beiträge von Weinrich Weine:
Klinik-Lyrik
aus "GUTE BESSERUNG, HERR DOKTOR!"
Entnahme für Diagnose
Heute reichte ich dem Tod
nur ein Häppchen. Zapperlot,
der verzerrte sein Gesicht
und starb selbst an dem Gericht.
Melanom-Melodie
"Du böses Melanom,
ich rat: go dalli home!"
"Ins Land, wo die Zitronen blühn?"
"Nein, wo der pfeffer wächst im Grün."
Die Operation
Der Schock saß tief, der Krebs wohl nicht,
er grub nur Zentimeter.
Heraus kam mit Gezeter,
der Schwanz zuerst, dann das Gesicht,
perplex der kleine Bösewicht,
schon "ex und hopp", da geht er,
für ihn gibt es kein Später.
Diagnose nach der Gesundheitsreform
"Das Zipperlein sitzt mir seit Wochen,
schon in den Knochen.
Wahrscheinlich auch, es ist zu ahnen,
in den Organen.
Und obendrein, ich kann's mir denken,
in den Gelenken.
Wo soll, Herr Doktor, das nur enden,
wenn Sie was fänden?!"
"Ich rat zu Reinkarnation
nach der Totalamputation."
Fauntasia Land
Dem alternden Faun kamen triste Gedanken:
'Es ist nicht das Schlabbern beim Bechern und Tanken,
das zittrige Hecheln an Quellen und Sümpfen,
beim tierischen Ritt hinter Feen und Nymphen.
Doch wenn ich am Ende der Tour muss gestehen:
mir schwinden die Kräfte, ich kann nicht mehr gehen,
dann bin ich nicht nur in Gedanken versunken,
im Herzen nagt Furcht, im Nacken die Unken.'
Da plötzlich hat lieblich ein Stimmchen gekichert:
"Mein Faunchen, was soll's, du bist pflegeversichert.
Selbst gehst du bald jammernd und stöhnend am Stock,
du bleibst bis zum Schluss garantiert: Geiler Bock!"
Beruhigt der Faun stieg erneut in die Hufe,
von Feen und Elfen gepflegt Stuf' um Stufe.
Es fragt sich wie lang nur die alternden Nymphen
noch kommen aus ihren Thrombhosen und -strümpfen.

nach oben